Mexiko - Sonne, Sand und die Welt der Maya


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Die Maya


Maya, indianische Völker- und Sprachfamilie in Süd- und Nordostmexiko, Guatemala, Honduras und Belize, mit mehr als 6 Mio. Sprechern.

Sie gliedern sich in Tiefland- (Yucateken, Lakandonen u. a.) und Hochlandmaya (z. B. Quiché, Cakchiquel, Tzotzil). Meist von Feldbau lebende Landbevölkerung in Dörfern und Kleinstädten; Reste der traditionellen Religion in Koexistenz mit Katholizismus erhalten. – Die Maya waren in vorkolumbischer Zeit Träger einer bedeutenden Hochkultur, die sich ab 2000 v. Chr. im Süden Mexikos (Halbinsel Yucatán, Tabasco, Chiapas), im Tiefland von Nordguatemala und angrenzenden Gebieten von Honduras entwickelt hatte und die nach der spanischen Eroberung um 1550 erlosch.

Ihre größte Blüte erreichte sie zwischen 300 und 900. Die Städte dieser klassischen Zeit wurden ab 730 aufgegeben; die Ursachen konnten noch nicht eindeutig geklärt werden (Kriege, Dürrekatastrophen).

Wirtschaftliche Grundlage war der Feldbau (v. a. Mais), der zum Teil mit Entwässerungssystemen betrieben wurde.
Die monumentalen Städte mit Sakralbauten (Stufenpyramiden) und Palästen waren Zentren eines Staatswesens, das von einem Gottkönig regiert wurde. Zu keinem Zeitpunkt hat es einen geeinten Maya-Staat gegeben, allerdings entstanden in der Klassik zwei große antagonistische Staatenbünde. Die Maya gingen von der Existenz einer allumfassenden göttlichen Macht aus, die allen Dinge innewohnte und sich in einer Vielzahl von Göttern manifestierte, an deren Spitze der Schöpfergott Itzamnaaj stand.
Die reich mit Reliefs verzierten Stufenpyramiden bezeugen den hohen Stand der Baukunst.
Von den Malereien blieb wenig erhalten, im Handwerk waren v. a. Textilien, Keramik und Federarbeiten bedeutsam, Metall war unbekannt.

Die Maya schufen als einziges Volk Altamerikas eine höher entwickelte Schrift, die aus etwa 700 Schriftzeichen bestand. Die Schriften (rd. 30 000 Texte) entstammen der klassischen Zeit. Der Kalender beruhte auf fortgeschrittenen mathematischen und astronomischen Kenntnissen. – Bedeutende Reste der Zeremonialzentren aus der Frühzeit sind in Tikal, aus klassischer Zeit in Copán und Palenque, aus postklassischer Zeit in Chichén Itzá erhalten.

Astronomie und Himmelsbeobachtung spielte im religiösen Leben der Maya eine sehr große Rolle. Da sich Religion und Mythologie ganz an Astronomie und Astrologie orientierte und religiöse Feste und Zeremonien an genau vorgeschriebenen Tagen begangen werden mußten, beschäftigten sie sich daher ausgiebig mit den Himmelserscheinungen.

Es gibt Tabellen, an Hand derer man Sonnen- und Mondfinsternisse vorausberechnen und Angaben zum Stand der Venus berechnen konnte. Um alle diese Angaben machen zu können, entwickelten die Maya ein sehr komplexes Kalendersystem, das auf einer Tagesangabe beruht, dem aber meistens noch zusätzliche Informationen über den Stand des Mondes und der Venus hinzugefügt waren.

Noch heute wird jahrhundertealte Heilkunst praktiziert

Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, dem Ursprungsland der Maya, praktizieren Schamanen ihre jahrhundertealte Heilkunst, sind spirituelle und religiöse Führer.

Da sich die indigene Bevölkerung aus finanzieller Not nur selten, oder auch gar nicht, einen Arzt der modernen, westlichen Medizin erlauben kann, sind die Schamanen oder auch die Curanderos für sie ein lebenswichtiger Bestandteil und oft die einzige Möglichkeit Heilung zu erfahren. Aber Schamanen und Curanderos sind nicht nur Heiler indigener Bevölkerungsgruppen, sondern auch viele Mexikaner suchen regelmäßig ihre Dienste.

Die Heilkunde der indigenen Bevölkerung geht auf eine lange Tradition bis hin zu den Maya und Azteken zurück. In der Heilkunde der indigenen Bevölkerung spielen nicht nur Heilpflanzen eine große Rolle, sondern auch Seelenbeschwörung, Schwitzhütten („ Temazcal“), Heilungs- und Reinigungsrituale.

Maya, das heißt fortlebende Tradition, auch wenn der Alltag oft von Armut und Unterentwicklung geprägt ist.

Der Kakaobaum, der ursprünglich aus Südamerika stammte, wurde bereits von den Maya um 600 n. Chr. in Plantagen angebaut. Die fermentierten und getrockneten Früchte dieses Baumes (Cacauatl) dienten zur Zeit der Azteken als Zahlungsmittel und zur Bereitung eines Getränks namens Chocoatl.

Der Konquistador Hernán Cortez brachte die Kenntnis dieses Getränks und die Kakaobohnen mit nach Spanien, von wo es sich auf ganz Europa ausdehnte. 300 Jahre später wurde auch eine feste Form dieses Getränks erfunden, die heutige Schokolade. Die Kakaobohnen enthalten das Alkaloid Theobromin, das auf Herz und Gehirn anregend wirkt.


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