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Die Maya-Kultur
Von allen vorkolumbischen Hochkulturen war die der alten Maya die geheimnisumwittertste, seit in den 1840er Jahren Beschreibungen der tief in den tropischen Regenwäldern Mittelamerikas verborgenen Ruinenstädte erschienen waren. Die Maya-Kultur besaß, einzig in Amerika, eine echte Schrift.
Ihre GlyphenInschriften blieben jedoch, bis auf Zahlen und Daten, lange unverständlich. Erst die späten 1960er Jahre brachten große Fortschritte in der Entzifferung.
Das Fundament der Maya-Zivilisation waren gigantische Baukomplexe, die das Zentrum ihrer Städte bildeten. Das Konzept dieser Zeremonialzentren ging bereits auf die Maya-Präklassik um 2000 v. Chr. zurück. In ihrer endgültigen Form - mit Plätzen, von steinernen Pyramiden mit krönenden Tempeln und Palästen umgeben - erscheinen sie dann in der späten Präklassik und Protoklassik (300 v. - 300 n.Chr.).
Aus diesen politisch-religiösen Zentren gingen zu Beginn der klassischen Periode um 300 n. Chr. große Stadtstaaten hervor. Damals machte sich ein starker mexikanischer Einfluß, abzulesen an einigen Tempel- und Grabbeigaben, bemerkbar. Die späte Klassik (600-800 n. Chr.) war eine Zeit lebhafter Expansion.
Die Stadt Tikal wurde neu erbaut, in Palenque , Piedras Negras, Copan, Quirigua, Narjano und Coba entstanden die großen Tempel, Versammlungshöfe und Ballspielplätze. Im 9. Jh. ging die Maya-Zivilisation im nördlichen Tiefland von Peten unter. Die Städte entvölkerten sich, das letzte Weihedatum wurde im Jahr 909 aufgezeichnet. Der Zusammenbruch war vielleicht durch Mißernten, durch innere Unruhen oder Invasion von außen verursacht. Zur selben Zeit begann für die Städte auf Yucatan im Norden, wie Uxmal , Kabah , Sayil und Labna, und für das große zeremonielle Zentrum Chichen Itza eine Blütezeit.
Damals machten sich - vor allem in Chiehen Itza - starke mexikanische Einflüsse geltend, die letztlich auf die Tolteken-Stadt Tula zurückgingen. Jedoch auch diese Städte der frühen nachklassischen Periode erlebten nach einigen Jahrhunderten ihren Niedergang; Chichen Itza wurde um 1200 aufgegeben. Nach einer Periode des Schattendaseins gründeten eine Maya-Dynastie Mayapan im nördlichen Yucatan , das 1328 zu ihrer Hauptstadt wurde. Diese Stadt wurde jedoch in den Bürgerkriegen um die Mitte des 15. Jh. zerstört, und zur Zeit, da die Spanier nach Mittelamerika kamen (seit 1517), waren nur noch ein paar kleine Städte geblieben.
Die anscheinend unbefestigten Städte der klassischen Maya-Zeit und das offensichtlich schwach entwickelte Zeremoniell verführten die Nachwelt zunächst zu einer Idealisierung der Maya-Kultur, in der man eine friedfertige Theokratie sah. Zu Unrecht, denn die MayaStadtstaaten im Tiefland lebten nicht in friedlicher Koexistenz, sondern führten ständig Kriege untereinander, die stets mit Tributpflicht der Unterlegenen und Gefangenen endeten, die dann in blutigen Ritualen geopfert wurden. wie es auf steinernen Stelen geschildert wird. Diese aggressiven Stadtstaaten waren von Erbkönigen regiert, deren Göttlichkeit auf Wandgemälden und Reliefs mit Inschriften an offiziellen Gebäuden zum Ausdruck kommt. Die sogenannten Zeremonialzentren waren - nach neuerer Forschung - Verwaltungs- und religiöse Zentren ausgewachsener Städte mit bis zu 50000 Einwohnern. Die Ernährung der Bevölkerung basierte auf intensiven Anbaumethoden u. a. auf "schwimmenden Feldern", auf denen Mais, Bohnen, Kürbis, Chilipfeffer und Wurzelpflanzen gezogen wurden.
Neben dem einzigen Schriftsystem des präkolumbischen Amerika hatten die Maya hervorragende astronomische und kalendarische Kenntnisse entwickelt, erfanden ein numerisches System mit der Grundzahl 20 (Vigesimalsystem) und das Rechnen mit Nullwerten: mehrere Kalender liefen simultan nebeneinander her. Sie führten auch eine Tageszählung - einen Kalender mit den Tagen, die seit einem angenommenen Datum (möglicherweise dem August 3114 v. Chr.) vergangen waren. Dieses ausgeprägte Interesse für die Zeit stand teilweise im Dienst der Astronomie. Die Maya glaubten nämlich, daß bestimmte Unternehmungen nur an von den Göttern beschiedenen Tagen durchgeführt werden dürften. Ihre Künstler waren Meister der Glyptik und der Holzbearbeitung, von Wandmalerei und Stucktechnik. Die Töpfer stellten nicht nur Gebrauchsgeschirr her, sondern auch fragile Gefäße mit polychromer Malerei, die nicht nur Herrscher, sondern auch "Szenen" ihrer Götterwelt darstellten. Sie dienten als Grabbeigaben.
Jade galt als äußerst kostbar und hatte den Stellenwert von Gold, das selbst allerdings unbekannt war. Sie wurde, geschnitten und poliert, zu Ohrschmuck, Anhängern und Figürchen verarbeitet.
Kunst und Architektur, Ideologie und Macht wie ihre erstaunlichen intellektuellen Leistungen machte die Maya-Kultur überragend in der Neuen Welt.
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