Mexiko - Sonne, Sand und die Welt der Maya


Direkt zum Seiteninhalt

Land und Leute

Mexiko

Fläche (in km²): 1953162

Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²): 53

Bevölkerung: Mexikaner - F 2005: 103089000 Einw.; Bevölkerungswachstum: 1,0%; letzte Zählung 2005: 103263388 Einw. - Z 1995: 75% Mestizen, 14% Indianer, 10% Weiße; über 150000 Ausländer

Amtssprachen: Spanisch

Hauptstadt: Ciudad de México (Mexiko-Stadt)

Botschaften (D): Botschaft von Mexiko, Klingelhöferstr. 3, 10785 Berlin T 030 2693230, Fax 030 269323700 www.embamex.de

Währung, Kurse: 1 Mexikan. Peso (mex$) = 100 Centavos; 1 US-$ = 10,75 mex$; 1 € = 14,50 mex$

Bruttonationaleinkommen pro Kopf (US-$) (2005): 7310

Landschaft
Zentrales Hochland mit Vulkanen, umgeben von der Sierra Madre; Tiefebenen am Pazifik und Atlantik

Klima
Im Norden subtropisch, sonst wechselfeuchtes Tropenklima

Politik
Entstanden aus dem Geist der Mexikanischen Revolution von 1910 hatte sich Ende der 1920er Jahre mit dem Partido Revolucionario Institucional (PRI) eine Partei gebildet, die 71 Jahre die Politik des Landes bestimmte. Der PRI stellte bis 2000 alle Präsidenten, bis 1988 alle Gouverneure der Bundesstaaten und beherrschte bis 1997 beide Kammern des Parlaments. Ausgelöst durch schwere Wirtschaftskrisen Anfang der 1980er Jahre und 1994 wurden zunächst Wirtschaftsreformen eingeleitet, denen unter den Präsidenten Carlos Salinas de Gortari (1988–94), Ernesto Zedillo Ponce de Léon (1994–2000) politische Reformen folgten, die das System der Verfilzung von PRI, Staat und Wirtschaft aufbrachen. Als Folge verlor der PRI 1997 seine absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus und die Zweidrittelmehrheit im Senat. Die Wahlen von 2000 führten diese Entwicklung fort, als mit Vicente Fox Quesada erstmals ein Kandidat des bürgerlichen Partido Acción Nacional (PAN) zum Präsidenten gewählt wurde und der PAN zusammen mit dem Partido Verde Ecologista de México (PVEM) die parlamentarische Mehrheit errang. Allerdings gelang es der neuen Regierung nicht, das tief verankerte Machtmonopol des PRI aufzubrechen. Die von der neuen Regierung angekündigten grundlegenden Wirtschafts- und Sozialreformen blieben weitgehend in den Anfängen stecken. Als Folge des Reformstaus und seiner sinkenden Popularitätswerte musste Fox bei den Parlamentswahlen 2003 mit dem Verlust der parlamentarischen Mehrheit eine empfindliche Niederlage einstecken, auch auf der Ebene der Bundesstaaten und in den Kommunen konnte der PRI in letzter Zeit gegenüber dem PAN wieder Boden gutmachen. Bewegung kam unter Fox in den schwelenden Chiapas-Konflikt: Während die vorhergehenden PRI-Regierungen vor allem auf eine militärische Unterdrückung der nach Autonomie strebenden Zapatisten gesetzt hatten, ordnete Fox den Rückzug der Regierungstruppen aus Chiapas an. Ein im Jahr 2001 verabschiedetes Autonomiegesetz sollte der indigenen Bevölkerung mehr Rechte zugestehen, wurde aber von 14 Bundesstaaten und dem EZLN abgelehnt.
Außenpolitisch hat unter der PAN-Regierung eine gewisse Annäherung an den nördlichen Nachbarn USA stattgefunden. Zentrale Themen zwischen beiden Ländern sind nicht nur Wirtschaftsfragen, sondern vor allem auch die mexikanische Immigration in die Vereinigten Staaten. Aufgrund des Wohlstandsgefälles zwischen Mexiko und den USA versuchen jährlich Zehntausende Mexikaner auf legalem oder illegalem Weg in die USA zu gelangen, von den schätzungsweise 8–12 Mio. Migranten, die heute illegal in den USA leben und arbeiten, stammen rund die Hälfte aus Mexiko. Trotz erhöhter Anstrengungen auf beiden Seiten, trotz verschärfter Einreisebedingungen und Grenzkontrollen ist es bislang nicht gelungen, den Zustrom über die grüne Grenze zu reduzieren.
Bei den Parlamentswahlen im Juli 2006 konnte sich der regierende PAN in beiden Kammern als stärkste Kraft etablieren, während der PRI noch hinter dem linken Wahlbündnis »Alianza por el Bien de Todos« unter Führung des Partido de la Revolución Democrática (PDR) auf den dritten Platz zurückfiel und eine Halbierung ihrer Mandate hinnehmen musste. Bei der Präsidentschaftswahl siegte der Kandidat des regierenden PAN, Felipe Calderón Hinojosa, mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich 244 000 Stimmen vor Andrés Manuel López Obrador (PRD), bis 2005 Bürgermeister von Mexiko-Stadt. López Obrador, der der Regierung Wahlbetrug vorwarf, ließ sich Mitte September 2006 von seinen Anhängern zum Präsidenten einer Gegenregierung ausrufen.


Wirtschaft
Mexiko, größte lateinamerikanische Volkswirtschaft, hat sich von der schweren Finanzkrise Mitte der 1990er Jahre erholt. Gründe für die Verdreifachung der Exporteinkünfte in den letzten Jahren sind neben den gestiegenen Erdölpreisen auch das 1994 abgeschlossene Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) zwischen Kanada, USA und Mexiko. Die mexikanische Regierung ist eine starke Verfechterin des Freihandelsprinzips und unterstützt auch die von den USA favorisierte gesamtamerikanische Freihandelszone FTAA.
Ein großer Teil der Exporteinnahmen stammt aus dem Erdöl- und Erdgasgeschäft, wenngleich es in den letzten Jahrzehnten gelungen ist, die einstige einseitige Abhängigkeit vom Erdölbereich zu vermindern. Diversifizierungsmöglichkeiten ergeben sich auf dem Gebiet der Rohstoffwirtschaft (Mexiko verfügt über umfangreiche Silber-, Flussspat- und Graphitlagerstätten sowie über reiche Vorkommen an Quecksilber, Blei, Zink, Kadmium und Magnesium). Große Bedeutung hat inzwischen auch der produzierende Sektor erlangt. Wichtigste Industriebranchen sind neben der Kfz-Produktion die Textil- und Bekleidungsindustrie, Elektrotechnik, Elektronik und Chemie. Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet mittlerweile 71% des BIP, dazu trägt auch die stark gewachsene Tourismusbranche bei. Trotz der wirtschaftspolitischen Erfolge ist es der Regierung Fox nicht gelungen, wichtige Reformen im Sozialbereich durchzusetzen. Immer noch leben rd. 54% der Bevölkerung von einem Einkommen unter 4 US-$ pro Tag und damit unterhalb der nationalen Armutsgrenze.


Zeittafel
ab ca. 20 000 v. Chr. Erste Besiedlung
1000–300 v. Chr. Olmekische Kultur in Südostmexiko
300 v. Chr. – 250 n. Chr. Entwicklung kultureller Zentren im Hochland (u.a. Cuicuilco, Teotihuacán)
200–600 Blütezeit des Reichs von Teotihuacán im Hochland von Mexiko, Ausbildung der Mayakultur (Yucatán) und der zapotekischen Kultur (Hochland)
900–1200 Blütezeit der toltekischen (Hochland) und Maya-Kultur (Yucatán)
ab 1200 Azteken übernehmen die Vorherrschaft, ab 1430 Ausdehnung des aztekischen Reichs über weite Teile des heutigen Südmexiko
1517 Der Spanier Francisco Hernández de Córdoba entdeckt die Küste Yucatáns.
1519–21 Eroberung des Aztekenreichs durch den Spanier unter Hernán Cortés mit Unterstützung verfeindeter Nachbarvölker; 1521 Fall der Hauptstadt Tenochtitlán
1535 Errichtung des Vizekönigreichs Neuspanien, das neben Peru aufgrund der Silbervorkommen wichtigster Teil des spanischen Kolonialreiches wird; in der Folge Ausdehnung nach Norden (Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien, Utah, Nevada)
16. 9. 1810 Proklamation der Unabhängigkeit; es beginnt ein elfjähriger Unabhängigkeitskrieg unter General Augustín de Iturbide gegen Spanien.
1821 Mexiko wird im Vertrag von Córdoba endgültig unabhängig.
1822 Iturbide lässt sich zum Kaiser von Mexiko proklamieren, das Generalkapitanat Guatemala schließt sich dem Kaiserreich Mexiko an.
1823 Sturz Iturbides, die Provinzen des Generalkapitanats Guatemala (außer Chiapas) trennen sich wieder von Mexiko.
1824 Ausrufung der Republik und Verabschiedung einer bundesstaatlichen Verfassung (Vereinigte Staaten von Mexiko), permanente bürgerkriegsähnliche Konflikte zwischen Konservativen und Liberalen
1836 Amerikanische Siedler rufen in Texas eine unabhängige Republik aus, die mexikanischen Truppen erleiden eine Niederlage.
1845 Nach der Annexion von Texas durch die USA bricht ein Krieg Mexikos mit dem nördlichen Nachbarn aus. Im Frieden von Guadalupe Hidalgo (1848) verliert Mexiko alle Gebiete nördlich des Río Grande, etwa die Hälfte seines bisherigen Staatsgebiets.
1858 Präsident Benito Juárez beginnt liberale Reformen, nach Beschneidung der Rechte der katholischen Kirche kommt es zu einem Bürgerkrieg (bis 1860).
1861 Unter dem Vorwand der Eintreibung von Auslandsschulden kommt es zu einer militärischen Intervention Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens. Letztere ziehen sich 1862 zurück.
1863 Ausrufung des (zweiten) Kaiserreichs Mexiko durch Frankreich. Der österreichische Erzherzog Maximilian von Habsburg wird zum Kaiser von Mexiko gekrönt.
1867 Nach Rückzug der französischen Truppen besiegen republikanische mexikanische Truppen das kaiserliche Heer, Kaiser Maximilian wird erschossen, Benito Juárez übernimmt erneut das Präsidentenamt.
1876–1910 Konservative Diktatur unter Porfirio Díaz (»Porfiriat«), wirtschaftliche Modernisierung
1910–21 Ausbruch der Revolution durch das Parlament unter Führung von Francisco Madero; besitzlose Bauern unter der Führung von Emiliano Zapata (1919 ermordet) und Pancho Villa schließen sich an; der Bürgerkrieg fordert 1 Mio. Tote.
1917 Neue, bis heute gültige Verfassung
ab 1920 Nach Landverteilungen und sozialen Reformen Beruhigung der Lage
1929 Alle revolutionären Parteien und Verbände werden im Partido Nacional Revolucionario (ab 1946 Partido Revolucionario Institucional/PRI) zusammengefasst. Der PRI wird quasi zur Einheitspartei und dominiert bis zum Ende des Jahrhunderts die Politik.
1938 Verstaatlichung ausländischer Erdölgesellschaften
1968 Im Vorfeld der Olympischen Spiele kommt es zu blutig unterdrückten Studentenunruhen (Massaker von Tlatelolco).
1988 Unter Präsident Carlos Salinas de Gortari (PRI) erste innenpolitische Reformen (Trennung von Partei und Regierung, Wahlrechtsänderung)
1994 In-Kraft-Treten des North Amerika Free Trade Agreement (NAFTA) zwischen USA, Mexiko und Kanada; blutige Niederschlagung eines Indio-Aufstands in Chiapas, angeführt vom Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN) unter Subcomandante Marcos
1996 Regierung und EZLN einigen sich über größere Autonomie für Chiapas.


Jahreschronik
Streit um Wahlergebnis
Am 5.9.2006 beendete das mexikanische Bundeswahlgericht letztinstanzlich den wochenlangen Streit um den Ausgang der Präsidentschaftswahlen vom 2.7. ( WA 2007, S. 340). Dem Gericht zufolge wurde der Kandidat des regierenden konservativen Partido Acción Nacional (PAN), Felipe Calderón Hinojosa, mit einem Vorsprung von 0,56% (233831 Stimmen) gegenüber seinem Konkurrenten, Andrés Manuel López Obrador von der linken Partei der Demokratischen Revolution (PRD), zum Sieger der Abstimmung erklärt. Der äußerst knappe Ausgang der Wahl hatte Mexiko in eine tiefe innenpolitische Krise gestürzt, da López Obrador das Ergebnis nicht anerkannt, eine komplette Neuauszählung der Stimmzettel gefordert und seine Anhänger zu Großdemonstrationen mobilisiert hatte. Eine vom Wahlgericht genehmigte partielle Nachzählung hatte jedoch den knappen Vorsprung Calderóns bestätigt. Kurz vor der Entscheidung der Obersten Wahlbehörde war es am 1.9. während der Eröffnung des neugewählten Kongresses im Parlament zu einem Eklat gekommen, als Abgeordnete und Senatoren des PRD die Rednertribüne besetzten und den amtierenden Präsidenten Vicente Fox Quesada (PAN) als Verräter an der Demokratie beschimpften. Fox hatte daraufhin das Parlament verlassen, ohne seinen Bericht zur Lage der Nation vorgetragen zu haben.

Trotz der Entscheidung des Wahlgerichts gestand López Obrador aber seine Wahlniederlage weiterhin nicht ein. Zwar räumten seine Parteigänger nach fast 50 Tagen am 16.9. ihre Blockaden in der Hauptstadt, um die traditionelle Militärparade am Nationalfeiertag nicht zu behindern. Am gleichen Tag aber ließ sich López Obrador von hunderttausenden Anhängern zum Gegenpräsidenten ausrufen und legte am 19.11. einen »Amtseid« als Führer einer »Volksregierung« ab. Am 28.11. kam es im Parlament erneut zu tumultartigen Szenen und Handgreiflichkeiten zwischen Regierungs- und Oppositionsparlamentariern. PRD-Abgeordnete wollten die Rednertribüne besetzen, um die Amtseinführung Calderóns zu verhindern. Der Präsident des Abgeordnetenhauses ordnete daraufhin die Abriegelung des Parlamentsbezirks durch Einheiten der Bundespolizei an. Trotz lautstarker Prosteste im Plenarsaal fand die Vereidigung von Calderón wie geplant am 1.12. statt. In Calderóns zum Teil mit Unabhängigen besetztem Kabinett übernahm Francisco Javier Ramírez Acuña das Innenressort und Patricia Espinosa Cantellano das Außenministerium. Neuer Wirtschaftsminister wurde Eduardo Sojo Garza-Aldape, das Finanzressort übernahm Agustín Carstens Carstens, das Verteidigungsministerium Guillermo Galván Galván.

Regierungsoffensive gegen organisierte Kriminalität
Gleich zu Beginn seiner Amtszeit startete Calderón eine groß angelegte Offensive gegen die Drogenmafia und die organisierte Kriminalität, die auch in Mexiko zu einem immer drängenderen Problem geworden war. 2006 waren über 2000 Menschen bei Gewaltakten, die überwiegend im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität standen, ums Leben gekommen. Mexiko ist ein hart umkämpfter Durchgangsmarkt für Rauschgift aus Südamerika. Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA schätzt, dass etwa 90% des in den USA konsumierten Kokains über Mexiko ins Land gelangen. Seit Beginn des Amtsantritts von Calderón wurden über 20000 Bundespolizisten und Soldaten in mehrere mexikanische Bundesstaaten, in denen die Polizeikräfte als besonders eng mit der organisierten Kriminalität verknüpft gelten, verlegt. Die Sicherheitskräfte sollten so lange bleiben, bis die Bundesstaten selbst gut ausgebildete und von Korruption freie Einheiten aufgestellt haben. Zudem wurde beschlossen, die Mannschaftsstärke der Bundespolizei um 10000 auf 43000 Mann zu erhöhen.

Bis Ende Januar 2007 lieferten die mexikanischen Behörden 15 Drogenbosse und andere Kriminelle an die USA aus, darunter auch den bereits seit 2003 inhaftierten Osiel Cárdenas Guillén, den Chef des sogenannten Golf-Kartells. Mitte März beschlagnahmten Beamte der Bundespolizei in einer Villa in Mexiko-Stadt über 200 Mio. US-$ Bargeld und zahlreiche Waffen sowie Chemikalien und Maschinen zur Herstellung von Methamphetamin-Pillen. Als Reaktion auf den massiven Polizei- und Truppeneinsatz verübten die mexikanischen Drogenkartelle verstärkt Überfälle auf Sicherheitsbeamte, die Zahl der ermordeten Polizisten und Staatsbeamten nahm dramatisch zu, bis Sommer 2007 entwickelte sich ein regelrechter Krieg zwischen Staat und Drogenmafia: Von Anfang Januar, dem Beginn der Regierungskampagne gegen das organisierte Verbrechen, bis Ende Mai kamen mindestens 1000 Menschen bei den Kämpfen ums Leben, darunter 120 Polizisten und Soldaten.

»Tortillakrise«
Anfang Februar 2007 demonstrierten in Mexiko-Stadt Zehntausende gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung Calderón. Neben einer generellen Abkehr von der neoliberalen Wirtschaftspolitik wurden staatliche Preiskontrollen bei Grundnahrungsmitteln sowie eine allgemeine Lohnerhöhung gefordert. Ferner richtete sich der Protest gegen die am 1.1.2007 in Kraft getretenen Regelungen aus dem Freihandelsabkommen NAFTA; seither ist ein zollfreier Handel von Agrarprodukten zwischen den USA, Kanada und Mexiko möglich; die Bauern Mexikos fürchten, gegen die stark subventionierte US-amerikanische Landwirtschaft nicht konkurrenzfähig zu sein. Auslöser der Massenkundgebung war der starke Preisanstieg von Mais, aus dem Tortillas, ein Grundnahrungsmittel, bereitet werden. Ihr Preis war innerhalb eines Jahres um mehr als 60% gestiegen. Hauptgrund dafür war die starke Nachfrage von Mais in den USA, wo das Getreide für die Herstellung von Bioethanol verwendet wird. Calderón vereinbarte daraufhin mit Agrarunternehmern einen Höchstpreis für Maismehl.

Bundesstaaten
Der südmexikanische Bundesstaat Oaxaca wurde monatelang von Unruhen und Protesten mit mehreren Toten und vielen Verletzten erschüttert: Der Konflikt hatte im Mai 2006 mit einem Lehrerstreik begonnen. Die Forderung nach Rücktritt des Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz (PRI), dem Korruption, Wahlfälschung und ein autoritärer Regierungsstil vorgeworfen wurden, wurde bald von einem breiten Bündnis linksgerichteter Kräfte, von Gewerkschaften über Studenten bis zu indigenen Organisationen, die ab Juli 2006 von der »Asamblea popular de los pueblos de Oaxaca« (APPO) koordiniert wurden, getragen. Nachdem die APPO die Innenstadt der gleichnamigen Hauptstadt des Bundesstaates monatelang besetzt gehalten hatte und bei Zusammenstößen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften am 27.10. drei Menschen getötet worden waren, entsandte die Bundesregierung Ende Oktober 2006 einige tausend Bundespolizisten nach Oaxaca, um die Besetzung zu beenden. Als der Polizei die Auflösung der Straßenblockaden bis Anfang Dezember nicht gelungen war, ließ Fox' Amtsnachfolger Calderón kurz nach seiner Vereidigung mehrere Anführer der APPO verhaften. Mitte Dezember zog die Bundespolizei wieder ab. Anfang Mai 2007 fanden erneut Demonstrationen mit tausenden von Teilnehmern in Oaxaca statt, die den Rücktritt von Gouverneur Ruiz Ortiz forderten.

Beziehungen zu den USA
Ein Dauerthema im bilateralen Verhältnis ist die illegale mexikanische Einwanderung in die USA. Schätzungen zufolge stammen gut drei Viertel der zurzeit illegal in den Vereinigten Staaten lebenden 12 Mio. lateinamerikanischen Immigranten aus Mexiko. Denn trotz eines seit Mitte der 1990er Jahre anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs sind die Reichtumsunterschiede im Land sehr groß, knapp 50% der rund 103 Mio. Mexikaner leben unterhalb der Armutsgrenze. Die meisten der Emigranten wandern legal oder illegal in die USA aus, von wo sie 2006 etwa 24 Mrd. US-$ als Geldrücksendungen an ihre Verwandten nach Hause schickten. Um diesen massiven Zustrom in den Griff zu bekommen, unterzeichnete US-Präsident George W. Bush am 4.10.2006 ein zuvor vom US-Kongress verabschiedetes Gesetz zur Errichtung eines 1125 km langen Sperrzauns an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. An den nicht durch den Zaun gesicherten Grenzabschnitten der insgesamt 3140 km langen Grenze soll ein Überwachungssystem von Kameras und Bewegungsmeldern installiert werden. Die mexikanische Regierung legte gegen diese drastische Maßnahme offiziell Protest in Washington ein. Der scheidende Präsident Fox bezeichnete den Zaun als beschämend und verglich ihn – wie auch sein Nachfolger Calderón – mit der Berliner Mauer. Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) äußerte ihre tiefe Besorgnis über den Bau der Sperranlagen. Über den Zaun sowie die Reform der Einwanderungsgesetze und das Schicksal der 51 in den USA zum Tode verurteilten mexikanischen Staatsbürger sprachen Calderón und Bush während des Besuches des US-Präsidenten in Mexiko Mitte März 2007.

Statistische Daten
Landesstruktur
Fläche (in km²): 1953162
Einwohner (in Tausend) (2005): 103089
Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²): 53
Jährliches Bevölkerungswachstum (in %) (2005): 1
Bevölkerung: Mexikaner - F 2005: 103089000 Einw.; Bevölkerungswachstum: 1,0%; letzte Zählung 2005: 103263388 Einw. - Z 1995: 75% Mestizen, 14% Indianer, 10% Weiße; über 150000 Ausländer
Städtische Bevölkerung (2005): 76
Lebenserwartung in Jahren (2005): 75
Anzahl der Geburten (pro 1000 Einw.) (2005): 18,4
Fruchtbarkeitsrate (Geburten pro Frau) (2005): 2,1
Anzahl der Todesfälle (pro 1000 Einw.) (2005): 4,5
Kindersterblichkeit (auf 1000 Lebendgeburten) (2005): 27
Säuglingssterblichkeit (auf 1000 Lebendgeburten) (2005): 22
Bildungsausgaben in % des BIP (2002): 5,3
Amtssprachen: Spanisch
Sprachen: 2000: 98,8% Spanisch, 7,1% indianische Sprachen, davon u.a. 24,0% Náhuatl (Aztekisch), 13,2% Maya, 7,2% Mixteco, 7,0% Zapoteco und weitere 83 Sprachen; 1,2% sprechen nur indianische Sprachen
Religionen: 90,4% Katholiken, 5,2% Protestanten, 3,5% religionslos; Minderheiten von Bahai, Juden u.a.
Hauptstadt: Ciudad de México (Mexiko-Stadt)

Staat
Staatsform: Verfassung von 1917 - Präsidiale Bundesrepublik seit 1917 - Parlament (Congreso de la Unión): Abgeordnetenhaus (Cámara Federal de Diputados) mit 500 Mitgl., Wahl alle 3 J.; Senat (Senado) mit 128 Mitgl., Wahl alle 6 J. - Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 6 J. (keine Wiederwahl) - Wahlrecht ab 18 J., Verheiratete ab 16 J.
Verwaltungsgliederung: 31 Bundesstaaten und Hauptstadt-Bundesdistrikt
Unabhängigkeitstag: Proklamation 16.09.1810 (ehem. spanische Kolonie)
Nationalfeiertag: 16.9.
Botschaften (D): Botschaft von Mexiko, Klingelhöferstr. 3, 10785 Berlin T 030 2693230, Fax 030 269323700 www.embamex.de
Botschaften (A): Botschaft von Mexiko, Operngasse 21, A-1010 Wien, T 01 3107383/84/85/86, Fax 01 3107387 E-Mail: embamex@embamex.or.at
Botschaften (CH): Botschaft von Mexiko, Bernastr. 57, CH-3005 Bern, T 031 3574747, Fax 031 3574748

Wirtschaftsdaten
Währung, Kurse: 1 Mexikan. Peso (mex$) = 100 Centavos; 1 US-$ = 10,75 mex$; 1 € = 14,50 mex$
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. US-$) (2005): 768438
Bruttonationaleinkommen pro Kopf (US-$) (2005): 7310
Landwirtschaft: Anteil am BIP (in %) (2005): 3,8
Industrie: Anteil am BIP (in %) (2005): 25,9
Dienstleistung: Anteil am BIP (in %) (2005): 70,2
Bruttoinlandsprodukt (realer jährlicher Zuwachs in %) (2005): 3
Gesamteinnahmen an Steuern (in % des Bruttoinlandsproduktes) (2000): 13,2
Inflationsrate (in %) (2005): 4
Auslandsverschuldung (in Mio. US-$) (2005): 167228
Erwerbspersonen (in Tausend) (2005): 42262
Arbeitslosigkeit (in % aller Erwerbspersonen) (2004): 3
Import von Gütern (in Mio. US-$) (2005): 221820
Importgüter: 22% Elektronik, 15% Maschinen, 12% Kfz und -Teile, 8% Erdöl und -derivate, 7% Kunststofferzeugnisse, 7% chemische Erzeugnisse, 5% Eisen und Stahl, 4% Textilien
Export von Gütern (in Mio. US-$) (2005): 214233
Exportgüter: 22% Kfz u. -Teile, 21% elektrische und elektronische Geräte, 17% Erdöl und -derivate, 11% Maschinen, 4% Textilien und Bekleidung, 3% landwirtschaftliche Erzeugnisse, 3% Nahrungsmittel und Getränke, 3% Chemikalien, 2% Kunststoff- u. Kautschukerzeugnisse
Leistungsbilanzsaldo (in Mio. US-$) (2005): -4647


zurück



Startseite | Wissenswertes über Mexiko | Yucatan Geschichte | Mexiko: Yucatan | Riviera Maya | Überblick Mayas | Kultur der Maya | Das Reich der Maya | Die Maya | Webkunst der Maya | Landwirtschaft der Maya | Die Mayas heute | Land und Leute | Cancun | Playa del Carmen | Yal-ku Akumal | Aktun Chen | Sian Ka'an | Chichen Itza | Coba | Vergnügungsparks | Golf von Mexiko | Crococun | Urwald | Flora-Fauna | Isla Mujeres | Cozumel | Tauchparadies | Mexikotipps | Klima | REISEPREIS- VERGLEICH | KREUZFAHRTEN | Mexiko-Fotos | Einreiseformulare- Mexiko | Links | Einwandern/Mexiko | Partnerlinks | Riviera Maya Orte | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü