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Landwirtschaft der Maya

Landwirtschaft der Maya

Noch zur Zeit ihrer Entdeckung durch die spanischen Konquistadoren war die Bevölkerung Mittelamerikas ein "Steinzeitvolk": Werkzeuge aus Metall waren ihnen unbekannt.
Sie kannten weder das Rad noch die Töpferscheibe, die Seilwinde, den Pflug oder den Flaschenzug,

Sie schafften es dennoch, schwere Steine zu bewegen. Zur Rodung setzten sie Steinbeil und Feuer ein, auch besaßen sie hölzerne Buschmesser. Zum Schneiden verwendeten sie Gesteine, vor allem Basalt und Obsidian. Sie hatten keine Last oder Zugtiere; als Haustiere dienten ihnen lediglich Hunde und Truthühner.

Irgendwann in der Zeit zwischen 5200 und 3400 v. Chr. stießen die Ureinwohner auf wilden Mais und begannen ihn zu kultivieren. Die Techniken des Grab und Stockpflanzanbaus scheinen zwischen 3000 und 2500 v. Chr. erfunden worden zu sein, was den Maya den Übergang zum Feldbau erlaubte: Sie rodeten ein Stück Wald und kultivierten mehrere Jahre lang den Boden, dann ließen sie dieses Stück wieder brachliegen, damit es sich erholte. Sie betrieben mehrere Übergangsformen zwischen Wanderfeldbau und Landwechselwirtschaft. Im Bergland von Chiapas waren die Maya etwa 260 Tage im Jahr auf den Feldern tätig, dann gönnten sie sich gut hundert Tage der Ruhe, an denen sie ihre Häuser verbesserten und andere Dinge taten; bei den Bewohnern von Yukatan genügten sogar 200 Tage Feldarbeit.

Die Maya zerstörten den Wald nicht im Kahlschlag, sondern betrieben eine überlegte Form der Rodung. Die Stubben ließen sie im Boden, sie dienten als Düngung. Die Rodung begann im Januar und dauerte einige Monate. Anfang Mai erfolgte die Aussaat des Maises, des wichtigsten Grundnahrungsmittels.

Jede einzelne Maispflanze, glaubten die Maya, habe eine Seele. Sie glaubten auch, dass der erste Mensch "aus Mais gemacht" war. Der Mais spielte in Mittelamerika die gleiche Rolle wie in Asien Reis oder anderswo Kartoffel oder Maniok.

Die Rodung und etliche andere landwirtschaftliche Tätigkeiten betrieben die Maya gemeinsam; jeder Bauer durfte aber, wenn er einen Teil seiner Feldfrüchte und der Jagdbeute an Adel und Priester abgeliefert hatte, über seine Ernteerträge frei verfügen. Sie waren also freie Bauern, mussten sich aber in ihrem Wirtschaften nach der Dorfgemeinschaft richten. Ein Sippenvorstand bestimmte das von den einzelnen Familien zu kultivierende Areal, und der einzelne Bauer richtete sich nach dem Kalender. Ihr Kalender, den sie auch bei der Bestellung ihrer Felder verwendeten, beruhte auf sorgfältiger Naturbeobachtung und Erfahrung.

Lange Zeit haben Archäologen dennoch die Bedeutung des Maises überbewertet. Die Maya hatten auch andere wichtige Feldfrüchte und Ernährungsgrundlagen. Sie bauten neben dem Mais vor allem Bohnen an, außerdem Kürbisse, Chili wichtig für die Versorgung mit Vitamin C -, Gemüse und Obst. In ihren Gärten zogen sie Avocado, Papaya, die Cashewnuss, den Brotnussbaum (nicht mit dem Brotfruchtbaum zu verwechseln), Zapote und etliche andere hierzulande fast unbekannte Pflanzen. Sie züchteten den rotfleischigen Mameyapfel und scheinen bereits gewusst zu haben, wie man Obstbäume okuliert. Die Bohne hat ursprünglich möglicherweise eine größere Rolle gespielt als der Mais. Bohnen und Mais wurden später zusammen angebaut, das ergab eine nahrhafte Mischung. Daraus bezogen die Maya einen Gutteil ihres Proteinbedarfs.

Weiterhin gingen sie auf die Jagd und betrieben Fischfang. Sie jagten vor allem Hirsche und Rehe, aber auch Brüll- und Klammeraffen, die bei ihnen als Delikatesse galten.
Aus den Wäldern holten sie wilden Honig.

Die in Europa so beliebte Kartoffel kommt aus dem Hochland von Peru, aus dem Inka-Reich.
Die Maya kannten aber immerhin die Süßkartoffel. Sie wurde in einer Wildform gefunden.

Einziger "Schwachpunkt" der Landwirtschaft war - wie andernorts auch die Abhängigkeit von ausreichenden Niederschlägen, die vor allem in Yukatan nicht immer "fahrplanmäßig" eintreffen. Kein Wunder, dass der Regengott Chac höchste Verehrung erfuhr. Nach Maya Glauben zog er das Wasser in den Himmel und ließ es als Regen wieder herabkommen - eine verblüffend zutreffende Vorstellung des Wasserkreislaufs.

Göttertrank Kakao

Das Wort Kakao leitet sich von chacau haa, das bedeutet "heiß geröstet", ab - damit bezeichneten die Maya also zunächst das Getränk. Der Kakaobaum kam im Regenwald zunächst nur als wild wachsende Pflanze vor, die dann von den Maya gezüchtet wurde. Sie legten große Kakaogärten an und scheinen große Mengen dieser gesuchten Frucht an andere Völker verkauft und sich dadurch beträchtlichen Wohlstand erworben zu haben. In manchen Gegenden wurde Kakao sogar als Monokultur angebaut.
In solchen Kakaoplantagen setzten die Ureinwohner bereits Sklaven ein, zumeist Kriegsgefangene. Kakaogetränke spielen bei vielen religiösen Zeremonien der mittelamerikanischen Kulturen eine bedeutende Rolle als Opfergabe an die Götter.


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