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Die Mayawebkunst hat eine mehr als tausend Jahre alte Tradition
Das traditionelle, schon voreuropäische Gürtelwebgerät mit Litzenstab ist zum Weben von bis zu ca. 70 cm breiten
Schärpen, Gürteln o. a. bestimmt.
Es wird mit dem Kettbaum und einem Strick an einem Baum o. a. befestigt, während der Brustbaum an seinen beiden Enden über Stricke mit einem Gurt verbunden ist, den die Weberin
mit ihrem Rücken hält und der gleichzeitig zum Spannen des Gerätes dient.
Für die Herstellung der Stoffe wurden weisse und braune Baumwolle benutzt, sowie Agavenfasern
Die Fasern wurden von Hand gesponnen. Eingefärbt wurde mit pflanzlichen und tierischen Farbstoffen,
neben den heute vorherrschenden chemischen Farben sind gelegentlich auch noch
Naturfarbstoffe in Gebrauch, vor allem Rot von der Urukum- Frucht (Bixa orellana) oder aus auf Opuntien gezüchteten Cochenille-Läusen,
Gelb aus der Rinde zweier Baumarten (Chlorophora tinctoria (Färbermaulbeerbaum) und Blutholzbaum (Haematoxylum campechianum)
auch Blauholzbaum oder Campechebaum (wächst in der Nähe der Stadt Campeche in Mexiko )
Campeche ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und liegt am Golf von Mexiko auf der Halbinsel Yucatán.
Blau aus Indigo, Braun aus mit Kalk vermischter Rinde von Alnus acuminata, Schwarz aus einer Eisensulfat-Indigo-Mischung.
Eine Lösung aus gekochtem Rosmarin bewahrt die Lichtechtheit der Farben.
Die Märkte - ein Farbenrausch.
Reliefs und Skulpturen der Klassischen Periode berichten von der Fülle, Vielfalt und Komplexität der Mayastoffe.
Leider sind nur die Stoffe, die in der Postklassischen Periode hergestellt wurden, bis heute erhalten geblieben. Mayastoffe wurden zunächst nur aus Baumwolle angefertigt. Wolle wurde erst nach der Conquista verwendet und war nie sehr gebräuchlich. Die Färbemittel und Farben entsprachen nicht nur rein ästhetischen Kriterien, sondern hatten auch eine festgelegte Bedeutung.
Das Spinnen und Weben waren Aufgaben, die ausschließlich den Frauen jeden Standes vorbehalten waren, denn sie waren mit dem Symbolismus der Geburt verknüpft. Die Frauen kümmerten sich auch um die Baumwollernte. Weil die für die Darstellung des mythischen Universums der Maya von Bedeutung waren, erfüllten Stoffe eine Vielzahl von Funktionen in der Gesellschaft. Eine große Menge wurde z. B. jedes Jahr den Göttern als Opfer dargeboten. Daher stammen auch viele gefundene Gewebereste aus heiligen Orten wie dem "Heiligen Wasserspeicher" (Cenote ;agrado) von Chichen ltza.
Stoffe wurden auch verwendet, um die Räume von Tempeln zu schmücken. Weiterhin fanden sie als Mitgift bei Hochzeitsfeiern, religiösen Zeremonien und Ritualen, die den Tod begleiteten, Verwendung. Nach der Conquista wurden sie unter dem Namen "manta" zu einem wesentlichen Bestandteil der Steuern.
Die spanischen Abgesandten verlangten die Gewebe von den Eingeborenen entsprechend den Verkaufsmöglichkeiten auf dem spanischen Markt. Deren Bedeutung fand bald ihre Erklärung in einem Brief von Hernando Cortez an Karl V. Er schrieb, niemals zuvor eine ähnliche Qualität gesehen zu haben und dass die Stoffe dieser Länder von sehr feiner Ausführung und Färbung seien, obwohl sie nur aus Baumwolle und nicht aus Seide bestünden.
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